B WALD - Saurüsselkopf in Flammen - ein langer Waldbrandeinsatz für die Blaulichtorganisationen

Am Abend des 3.Mai wurde ein Feuerschein auf dem Gipfel des Saurüsselkopf, eines Berges in den Chiemgauer Alpen, bemerkt, welcher sich zu einem umfassenden Waldbrand entwickelte, welcher alle Hilfsorganisationen und die Bundeswehr forderte.

Die Erstalarmierung für die FF Ruhpolding war eine Rauchentwicklung im Bereich des Gipfels/Grats am Saurüsselkopf, einem Berg unweit der Chiemgau Arena, dem Biathlon-Mekka in den Chiemgauer Alpen.

Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit, konnte am Sonntag nicht mehr mit größeren Löscharbeiten begonnen werden. Die Vorbreitungen für diesen begannen jedoch bereits in der Nacht und so wurde auch die FF Siegsdorf informiert und für einen bestehenden Einsatz vorbereitet.

Um 5 Uhr am 4.Mai startete dieser. Unser Abschnitt "TAL" befand sich auf dem Geländer der Chiemgau Arena. Aufgrund der regelmäßigen Besuche der Kameradinnen und Kameraden des Biathlon Weltcup, war uns die Örtlichkeit bekannt und unser Kommandant konnte effizient die Vorbereitungen für die anstehenden Hubschrauberlandungen treffen.

Unser Auftrag war es, die nach und nach eintreffenden Hubschrauber zusammen mit der Einsatzleitung der Polizei und dem Einsatzleiter eines privaten Hubschrauberbetreibers adäquat mit verwalten und die Befüllung der sog. "Bambi Buckets", der orangen Wasserbehälter unterhalb der Hubschrauber, zu organisieren bzw. durchzuführen.

Die Flammen bedrohten ein Trinkwasserschutzgebiet, weshalb nach kurzer Zeit der Katatrophenfall durch den Landrat ausgerufen wurde, welcher nun weitere Mittel für eine umfassende Brandbekämpfung bereitstellen konnte.

Nach der Ordnung des Raumes und der Erstmaßnahmen am ersten Tag, vergrößerte sich der Abschnitt um die Bundeswehr, welche mit mehreren Hubschrauber vom Typ CH53 und NH90 die Löscharbeiten tatkräftig unterstützte. Zeitweise waren elf Maschinen in der Luft und brachten Wasser über dem qualmenden Gelände aus.

Mit dem Ersticken der offenen Flammen am 7.Mai wurde der am Vortag begonnene Einsatz am Boden intensiviert und es starteten Materialtransporte zu Einsatzabschnitten, welche bereits durch Bodenpersonal begehbar waren.

Auch die FF Siegsdorf beteiligte sich zusätzlich zur Arbeit in der Chiemgau Arena an dieser kräftezehrenden und materialintensiven Arbeit. Den Berg hinauf und von einem auf dem Grat errichteten Vorratsbehälter herunter wurde ein verzweigtes Netz aus Schläuchen und Verstärkerpumpen angelegt, um so nach und nach noch vorhandene Glutnester zu löschen.

Versorgt wurden sie mit Hubschraubern von unserem Abschnitt im Tal, wo mittlerweile eine ausgefeilte Logistik angelegt wurde und eine enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, Bergwacht, Malthesern und allen weiteren beteiligten Organisationen und Firmen mit kurzen Dienstwegen etabliert worden war.

In der Nacht zum 13.Mai endete schließlich der Katastrophenfall und wir wurden aus dem Einsatz entlassen. 

Am 6.Juni schließlich, nach 35 Tagen, wurde der Einsatz mit dem Rücktransport der verbauten Materials beendet. Kontrollflüge von Hubschraubern mit Wärmebildkameras hatten aus reichend lange keine neuen Glutnester mehr entdeckt.

 

Weitere Berichte zu diesem Einsatz:

https://www.traunstein.com/aktuelles/news-pressemitteilungen/update-zum-brand-am-sauruesselkopf

https://www.kreisfeuerwehrverband-traunstein.de/aktuelles/katastrophenfall-am-sauruesselkopf

https://www.sueddeutsche.de/bayern/chiemgau-traunstein-ruhpolding-sauruesselkopf-waldbrand-gipfel-feuerwehr-li.3479219


Einsatzart Brand
Einsatzstart 4. Mai 2026 05:00
Mannschaftstärke 22
Einsatzdauer 10 Tage
Fahrzeuge Florian Siegsdorf 12/1
Florian Siegsdorf 43/1
Florian Siegsdorf 56/1
Florian Siegsdorf 14/1
Florian Siegsdorf 95/1
Alarmierte Einheiten Löschzug
Alarmierungsart Telefonisch